Music Interviews

Heavy Metal an Rhein und Ruhr

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Metal ABC Szene und Bands Teil I

Metal ABC Szene und Bands

Die Heavy Metal Musik ist ein untergeordnetes Genre des Metal. Seinen Aufschwung erlebte diese Musikrichtung in den 1970er und 1980ern Jahren. Die wörtliche Übersetzung des Genres bedeutet so viel wie „Schweres Metall“, was sich in der Musik selbst widerspiegelt, denn die Richtung ist nichts für schwache Nerven. Hier gehören laute Töne zur Tagesordnung. Ursprünglich entwickelte sich Heavy Metal aus dem Blues. Im Laufe der Zeit machte die Heavy Metal Musik auf sich aufmerksam und eroberte die Herzen der Menschen weltweit. An dieser Stelle kommt die Frage auf, welche Besonderheiten dieses Genre bietet. Die Anhänger der Szene wissen längst, was sie an der Musik haben, denn diese hat so einiges zu bieten.

Es gibt einige charakteristische Merkmale, welche der Heavy Metal Musik ohne Probleme zugeordnet werden können. Der Stil ist darauf ausgelegt, dass die Musiker ihre Lieder voll ausleben können. Heavy Metal steht in diesem Sinne für die pure Freiheit und uneingeschränkt das zu tun, was einem gerade in den Sinn kommt. Es geht darum, sich abzugrenzen und deutlich zu machen, dass eine rebellische Grundhaltung verkörpert wird. In der Heavy Metall Musikszene besteht noch die Chance, sich so richtig auszutoben, ohne eine Grenze innerhalb der Musik zu übertreten. Liebhaber dieser Musikrichtung schätzen vor allem die musikalische Leistung der Musiker. Denn entgegen der Annahme vieler Menschen verkörpert Heavy Metal einen komplexen Aufbau der Lieder und soll eine Botschaft übertragen, welche sich an alle Zuhörer richtet. Es geht darum, dass alle Mitglieder der Band, gleich welchen Teil sie innerhalb der Gruppe übernehmen, ihre gesamte Energie bündeln, um die Menschen mit ihrer Musik zu begeistern. Dies macht sich nicht nur durch die Songs bemerkbar, sondern auch am Auftreten der einzelnen Musiker. Diese agieren im Regelfall als eine Art Entertainer und versuchen, die Zuhörer im wahrsten Sinne des Wortes, von den Sitzen zu reißen.

Black Metal

Black Metal ist mit Sicherheit eine der extremsten Spielarten des Metals - und das nicht nur wegen den von Burzum-Sänger Varg Vikernes in Brand gesteckten Kirchen. Entstanden ist diese Musik in den späten 1980er/frühen 1990er Jahren in Norwegen. Zwar ist die britische Band Venom mit ihrem 1982 veröffentlichten Album "Black Metal" für das Genre der Namensgeber, doch wirklichen Black Metal wird man erst Jahre später mit Bands wie Darkthone, Mayhem, Burzum oder Immortal hören können. Beeinflusst wurde der Stil von Bands wie Celtic Frost, Bathory, Sodom oder eben Venom. Wichtig war auch die dänische Heavy Metal-Band Mercyful Fate, die besonders durch die Schminke ("Corpsepaint") von Sänger King Diamond und die satanischen Texte für die ästhetische Seite des Black Metals sehr wichtig waren. Musikalisch zeichnet sich Black Metal durch sehr schnelle Gitarrenriffs und den Einsatz von Blastbeats aus. Die Musik ist dennoch meist recht simpel gehalten und setzt sehr auf eine kühle Atmosphäre. Auch was die Produktion der Songs angeht, lässt sich bis heute sagen, dass der Sound eher dünn und rumpelig produziert klingt. Im Kontrast dazu stehen aber diverse Folk-Einflüsse bei Gruppen wie etwa Burzum oder Ulver. Letztere haben sich im Laufe ihrer Karriere sogar komplett vom (Black) Metal gelöst und sich avantgardistischer elektronischer Musik zugewandt. Bands wie Cradle of Filth, Dimmu Borgir oder Emperor hingegen öffneten sich Mitte der 90er und ließen symphonische Elemente in den Sound einfließen. Gerne wird die Verbindung von Black Metal und Orchester als Symphonic Black Metal bezeichnet. In den letzten Jahren lässt sich aus den USA eine neue Welle an Black Metal-Bands (mit Künstlern wie etwa Deafheaven, Leviathan oder Bosse-de-Nage) erkennen, die diese Musik etwas moderner interpretiert und Elemente aus dem Post-Rock mit einbezieht.

10 wichtige Alben:
  • Bathory - Bathory (1984)
  • Celtic Frost - To Mega Therion (1985)
  • Cradle of Filth - Cruelty and The Beast (1998)
  • Darkthrone - A Blaze In The Northern Sky (1992)
  • Deafheaven - Sunbather (2013)
  • Dimmu Borgir - Enthrone Darkness Triumphant (1997)
  • Emperor - In The Nightside Eclipse (1994)
  • Immortal - Pure Holocaust (1993)
  • Mayhem - De Mysteriis Dom Sathanas (1994)
  • Ulver - Bergtatt (1995)

Death Metal

Ähnlich wie der Black Metal ist der Death Metal eine der extremsten Spielformen des Heavy Metals - und sicherlich auch eine der beliebtesten. Immerhin gibt es verschiedene Subgenres wie Melodic Death Metal, Deathcore, Grincore, Brutal Death, Progressive/Technical Death Metal und und und. Aus dem Thrash Metal heraus entwickelte sich mit Bands wie Possessed, Death oder Morbid Angel in den USA der Death Metal. Man muss auch deutlich zwischen Death Metal der amerikanischen und der europäischen Schule unterscheiden. US-Bands wie besagte Death, Morbid Angel, Obituary, Cannibal Corpse oder Suffocation spielen in der Regel sehr schnell. Blastbeats und Tempo- oder Rhythmuswechsel sind ein Muss für den Großteil der Bands, gleichzeitig wird bei amerikanischen Bands sehr auf groovige Elemente geachtet. Die Gitarren werden herunter gestimmt, damit die Musik noch böser und härter klingt. Überall thronen die Growls, der gegrunzte Gesang. Dieser ist Stilprägend, auch wenn viele Bands der frühen 90er wie Death, Obituary oder Entombed dies nicht so handhabten. Mittlerweile ist das Growling ein Markenzeichen des Death Metals amerikanischer Prägung. Europäische Bands wie Hypocrisy oder Entombed setzen eher auf Kreisch-Gesang und etwas mehr Melodie. Besonders schwedische Bands vermischten Death Metal mit Melodie und schufen so das Genre des Melodic Death Metals. Lyrisch bewegt sich das Genre zwischen Horror- und Gemetzel-Stories bis hin zu sozialkritischen Texten. Ganz selten hört man Death Metal-Bands sogar über romantischere Themen singen, wie etwa die schwedische Band Opeth, die Death Metal mit Folk und Progressive Rock mischt und in Zuge dessen auch lange Passagen mit klarem Gesang und Akustikgitarren bieten.

10 wichtige Alben:
  • Cannibal Corpse - Tomb of The Mutilated (1992)
  • Death - Human (1991)
  • Deicide - Legion (1992)
  • Entombed - Left Hand Path (1990)
  • Morbid Angel - Covenant (1993)
  • Obituary - Cause of Death (1990)
  • Opeth - Blackwater Park (2001)
  • Possessed - Seven Churches (1985)
  • Suffocation - Effigy of The Forgotten (1991)
  • Vader - De Profundis (1995)

Doom Metal

Entgegen anderer Metal-Subgenres zeichnet sich der Doom Metal durch die Verwendung langsamer Tempi aus. Eine Blaupause für dieses Genre war "Masters of Reality", das dritte Album von Black Sabbath. Der Doom Metal hat eine Vielzahl von Subgenres vorzuweisen, die allesamt das langsame Tempo als Verbindungspunkt zur ursprünglichen Musik. Die tiefer gestimmte Gitarren klingen im Doom Metal gerne etwas dreckiger, woraus sich später der Stoner Rock entwickeln soll. Bands wie Candlemass allerdings spielen epischen Heavy Metal konsequent im Mid-Tempo, was gerne auch als "Epic Doom Metal" tituliert wird. In diesem Genre handeln die Texte oft von mythologischen Themen oder auch Fantasy. Auch gibt es den sogenannten Death-Doom. Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich um die Vermischung von Death Metal mit dem langsameren Tempi des Doom Metals. Nicht weit davon entfernt ist der sogenannte Funeral Doom. Death-Doom wird um eine sehr traurige Stimmung erweitert und Orgelklänge wie bei einer Beerdigung. Mit Drone Doom hat man das Prinzip des Doom Metals auf die Spitze getrieben, da die extrem runter gestimmten Gitarren nur noch einzelne Töne und Schwingungen produzieren. In den letzten Jahren konnte sich besonders Sludge (oder auch Sludge Metal) einer stets wachsenden Beliebtheit erfreuen. Bands wie Crowbar, Neurosis oder jüngere Bands wie Kylesa, Mastodon (zumindest auf den ersten Alben) und High On Fire verbinden Doom mit Hardcore und neuerdings auch Progressive Southern Rock.

10 wichtige Alben:
  • Candlemass - Epicus Doomicus Metallicus (1986)
  • Cathedral - Forest of Equilibrium (1991)
  • Crowbar - Odd Fellows Rest (1998)
  • Down - Nola (1995)
  • My Dying Bride - Turn Loose The Swans (1993)
  • Pentagram - Day of Reckoning (1987)
  • Saint Vitus - Born Too Late (1986)
  • Solitude Aeturnus - Into The Depths of Sorrow (1991)
  • Sunn O))) - White1 (2003)
  • Witchcraft - The Alchemist (2007)

Glam Metal

Oft als "Poser Metal", "Pop Metal" oder "Hair Metal" verschrien, war der Glam Metal dennoch einer der größten und langanhaltendsten Hypes der Musikgeschichte. Nahezu die gesamten 1980er Jahre bis rein in die 90er Jahre, um von Grunge abgelöst zu werden, waren Bands wie Bon Jovi, Poison, Mötley Crüe, Def Leppard, Ratt oder Warrant die Rockstars. Ältere Interpreten wie Van Halen, Whitesnake, Ozzy Osbourne, Kiss, Scorpions oder Alice Cooper korrigierten ihren musikalischen Kurs in Richtung Glam Metal. Auch wenn eingängige Nummern wie Poison's 'Nothing But A Good Time', 'Cherry Pie' von Warrant, der heute noch in Film und Fernsehen als Soundtrack für sexy Einlagen dient oder Bon Jovi's Evergreen 'Living On A Prayer' sicherlich Musterbeispiele für den Sound der 80er, doch war dieses Genre dennoch vielseitiger. Cinderella und Badlands etwa agierten auf ihren vier Alben sehr Blues-lastig, Kix rockten sich durch Classic Rock im Glam-Gewand und Dokken sowie W.A.S.P. bewegten sich genau zwischen Glam und Heavy Metal. Wichtigstes Stilmittel waren neben schrillen Outfits, aufwendigen Frisuren (daher der Begriff "Hair Metal") und eingängigen Hard Rock die Power-Ballade. Kein Genre hat diese Art Song so perfektioniert wie der Glam Metal. Die Power-Ballade zeichnet sich durch eine ruhige Strophe, einen etwas rockigeren Refrain und nach vorne gehenden Mittelteil aus. Millionenfach verkaufte Beispiele hierfür wären 'Miles Away' (Winger), 'Wanted Dead or Alive' (Bon Jovi), 'I See Red' (Warrant) oder 'Don't Go Away Mad (Just Go Away)' (Mötley Crüe). In den letzten Jahren kam ein kleines Revival von Glam und Sleaze (der etwas dreckigere Bruder samt Bands wie Guns N' Roses, Skid Row oder L.A. Guns) auf. Besonders aus Skandinavien kamen mit Reckless Love, Crashdiet, Crazy Lixx, Hardcore Superstar oder Sister einige sehr starke Bands. Glam Metal fließt aber auch bei Post-Hardcore- und Metalcore-Bands wie Escape The Fate, Atreyu und Asking Alexandria ein. Avenged Sevenfold und Back Veil Brides zelebrieren äußerst erfolgreich ihren Mix aus Heavy Metal, Glam/Sleaze und Alternative Rock und begeistern damit weltweit ein stets wachsendes Publikum. Die alten Helden selber erleben auch einen zweiten Frühling und touren wieder munter durch die Weltgeschichte und stehen dabei in vollen Häusern.

10 wichtige Alben:
  • Bon Jovi - Slippery When Wet (1986)
  • Cinderella - Night Songs (1986)
  • Def Leppard - Hysteria (1987)
  • Guns N' Roses - Appetite For Destruction (1987)
  • Kiss - Asylum (1985)
  • Mötley Crüe - Dr. Feelgood (1989)
  • Poison - Look What The Cat Dragged In (1986)
  • Ratt - Out Of The Cellar (1984)
  • Skid Row - Skid Row (1989)
  • Warrant - Cherry Pie (1990)

Heavy Metal

Bands wie Deep Purple, Led Zeppelin und Black Sabbath sind sicherlich wegweisend für die Entwicklung des Hard Rocks hin zum Heavy Metal. Dieser ist härter als der herkömmliche Hard Rock, der in den 70er Jahren die Welt dominierte. Die Gitarrenriffs sind schneller und härter, die Soli dafür länger, die Doublebassdrum wird sehr häufig eingesetzt und die Sänger Bands singen Sirenenhaft hoch. Hinzu kam in den späten 70er und frühen 80er Jahren der Lederlook, der den Bands ein böses und bedrohliches Image verlieren. Die "New Wave of British Heavy Metal" war die erste Welle, die den Heavy Metal in der Welt erfolgreich machte. Unter diesen Bands waren bereits Größten wie Iron Maiden, Def Leppard (auch wenn diese erst mit ihrem poppigeren Glam Metal erfolgreich wurden), Saxon, Judas Priest, Angel Witch oder Motörhead. Der Headbanger war geboren. Auch in Deutschland entstand schnell eine große Szene mit Bands wie Running Wild, Rage, Helloween, Grave Digger oder Accept. Die USA schliefen nicht lange und Gruppen wie W.A.S.P., Mötley Crüe (zumindest zu Zeiten der ersten beiden Alben), Manowar, Danzig, Jag Panzer oder zu späteren Zeiten in ihren Karrieren auch Metallica, Anthrax und Megadeth folgten. Der Heavy Metal ist sozusagen die Mutter aller Metal-Spielarten. Alles was danach folgte baut auf Iron Maiden, Judas Priest, Motörhead, Mercyful Fate und Co. auf. Natürlich gab es um den Heavy Metal, die ein oder andere Kontroverse. So wollte Tipper Gore (Al Gores Frau) mit der Initiative Parents Music Resource Center diese Musik verbieten. Die Initiative erstellte eine Liste mit 15 Songs, die "Filthy Fifteen", die Songs von Bands wie W.A.S.P., Mercyful Fate, Black Sabbath, AC/DC, Judas Priest und auch Pop-Künstlern wie Prince oder Madonna, zusammenfasste, welche Themen wie Sex, Drogen, Gewalt oder okkulte Themen behandeln. Daher stammt auch der "Parental Advisory"-Sticker, der viele CDs ziert, um die Eltern zu warnen, dass diese Musik ihren Kindern schaden könnte.

10 wichtige Alben
  • Accept - Balls To The Walls (1983)
  • Black Sabbath - Heaven And Hell (1980)
  • Helloween - Keeper of The Seven Keys Part I (1987)
  • Iron Maiden - The Number of The Beast (1982)
  • Judas Priest - Defenders of The Faith (1984)
  • Manowar - Sign of The Hammer (1984)
  • Mercyful Fate - Melissa (1983)
  • Metallica - Metallica (1991)
  • Motörhead - Overkill (1979)
  • W.A.S.P. - The Crimson Idol (1992)

Auch an Rhein und der Ruhr gibt es einige Locations, welche gute Heavy Metal Musik anbieten. So zum Beispiel das Matrix in Bochum. Hier finden täglich Veranstaltungen aller Art statt. Unter anderem gibt es hier in regelmäßigen Abständen wahre Könner der Heavy Metal Musik zu sehen und hören. Ein weiterer Anlaufpunkt für Anhänger der Szene ist der Cage-Club in Bottrop. Auch im Spirit und im Freizeitzentrum West in Dortmund gibt es rockige Bands, die Heavy Metal spielen und sie förmlich auf der Bühne ausleben.